Factoring
Hier informieren wir Sie zum Thema Factoring
Factoring ist in den letzten Jahren zu einem neuen Schlagwort in der Unternehmensbranche geworden. Und nicht nur das. Für viele, besonderes mittelständische Betriebe präsentiert das Factoring eine Überlebenschance in einer konkurrenzstarken Zeit.
Die Problematik, die viele Unternehmen zur Zeit ins Auge sehen, ist, daß Verbindlichkeiten in einem kürzeren Zeitraum gezahlt werden müssen, als daß Forderungen gegen Kunden für Warenlieferungen oder Dienstleistungen reif werden. Um dies an einem Beispiel anschaulich zu machen, nehmen wir an, daß ein Oberhemdenfabrikant seine Rohmaterialien wie Stoffe, Knöpfe und Verpackungsmaterial dreißig Tage nach Erhalt beim Zulieferer zahlen muß. Um aber konkurrenzfähig zu sein, muß der Fabrikant seinem Kunden 90 Tage Kredit einräumen. Wenn wir weiterhin annehmen, daß der Produktionsprozeß für die Lieferung von Oberhemden einen Monat beträgt, so trägt der Fabrikant die Finanzierung der Materialien für drei Monate bevor die Ware vom Kunden bezahlt wird.
Beim Factoring kann der Fabrikant jedoch seine Forderungen gegen den Kunden sofort an ein Factoringinstitut verkaufen. Dies ist ein fortlaufender Prozeß, der dem Unternehmer sofortige Liquidität für seine futuristischen Anforderungen gewährt. Ausserdem übernimmt der Factor die Aufgabe, die Bonität des Auftraggebers in kontinuierlicher Weise zu überprüfen. Je nach Struktur des Factoring Abkommens übernimmt der Factor unter Umständen auch das volle Ausfallsrisiko.
Diese Art von Finanzierung ist also für den Unternehmer wesentlich günstiger, als ein Kredit der herkömmlichen Art, da Factoring auch wie eine Ausfallsversicherung fungieren kann.
Ein weiterer Vorteil vom Factoring ist, daß der Betrag der Finanzierung vom Umsatz des Unternehmens abhängt. Somit steigt oder fällt die Fianzierungssume mit dem Umsatz des Unternehmens und es erwachsen für den Unternehmer nur soviel Finanzierungskosten, wie er aus Forderungen zu erwarten hat. Darum spricht man beim Factoring auch von umsatzkongruenter Finanzierung.
Man unterscheidet zwischen verschiedenen Formen des Factorings. Die kompletteste Form ist das Full Service Factoring. Dieser Service beinhaltet die umsatzgetriebene Finanzierung, eine volle Absicherung in Bezug auf mögliche Ausfälle und außerdem die Verwaltung des kompletten Debitorenbestandes.
Es gibt aber Factoring Kunden, die selbst eine bewährte Struktur zur Verwaltung ihrer Debitoren haben und diese selbst weiter zu verwalten wünschen. In diesem Falle kann sich das Unternehmen für Inhouse-Factoring entscheiden, wobei der Factor lediglich die Finanzierung und Ausfallabsicherung übernimmt, während das Unternehmen die Debitoren treuhänderisch verwaltet.
In einigen Fällen übernimmt der Factor kein Ausfallrisiko. Dieses Verfahren wird Unechtes Factoring genannt und ist in Deutschland nicht weit verbreitet.
Import - Exortfactoring ist eine Variante des Factorings, die für solche Unternehmen von Wichtigkeit ist, die Geschäfte im Ausland tätigen. Hierbei können sowohl auländische Unternehmen, die nach Deutschland importieren, als auch deutsche Unternehmen, die ins Ausland exportieren von diesem Service Gebrauch machen. Diese Art des Factorings erleichtert für viele deutsche Betriebe den Handel im Ausland und verhilft ihnen somit zur Erschließung neuer Märkte.
Hauptsächlich im Rahmen der kleinen und mittleren Unternehmen ist das Factoring in einem starken Wachstum begriffen. Besonders in den Krisensituationen der vergangenen Jahren haben Unternehmer des Mittelstandes gelernt, Factoring als alternatives Finanzierungsmittel zu schätzen und viele traditionelle Finanzierungen, die durch ihre Unflexibilität oft den wirtschaftlichen Fortschritt eines Unternehmens gefährden können, sind in Factoring Finanzierung umgewandelt worden.
